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» Noten sagen nichts über dein Wissen oder deine Intelligenz aus

Unser Schulsystem ist zum Kotzen. Du wirst mit anderen Menschen gleichgestellt. Du musst in jeder Klassenstufe das können, was Leute einen von außen vorgeben. mit jedem Alter das du erreichst wird mehr Wissen von dir verlangt.  Ein „normaler“ Mensch muss dem Schulsystem gerecht werden, und mit dem Bildungsstandard mithalten können. Kannst du das nicht, ist das dein Pech.

Wann wird endlich einmal verstanden, dass Noten nichts über dein Wissen oder deine Intelligenz aussagen?

Ist der eine schlecht in Geschichte, so ist er dafür aber umso besser in Biologie. Gerade in der Volksschule und in den Hauptschulen/Mittelschulen/Gymnasien passiert leider genau das wie oben beschrieben. Du hast zig Fächer die du können musst und für die du dich gezwungenermaßen auch noch interessieren solltest. Und wenn du nicht mitarbeitest bekommst du eben eine schlechtere Note. Aber kein Mensch fragt dich ob dich der Scheiß der dir gelernt wird eigentlich interessiert. Es ist wichtig für die Allgemeinbildung keine Frage. Aber sollte dich eine Schule nicht auf das Leben vorbereiten? Lehrer sind nicht umsonst Pädagogen geworden. Warum wird mir dann in der 4. Klasse gelernt, wie ich eine Formel ausrechnen kann und wie sich Kühe vermehren bzw. wie deren Stammbaum aussieht, wenn es doch viel sinnvoller ist zu lernen wie ich mit den Problemen des täglichen Lebens umgehe und welche Aufgaben auf mich im Erwachsenenalter zukommen werden.

Ich möchte damit nicht alle in einen Topf werfen. Es gibt Schüler die sind in allen Fächern gut, weil es sie interessiert, oder sie eben gut lernen. Ich möchte damit auch auf keinen Fall sagen, dass es schlecht ist was uns in der Volksschule oder in Hauptschulen/Mittelschulen/Gymnasien gelernt wird. Gerade hier bilden wir unser Wissen aus. Jedoch möchte ich darauf aufmerksam machen, dass man nur weil man etwas nicht so gut kann, oder gar nicht kann, man dumm ist. Man wird leider irrsinnig schnell abgestempelt. „Er/Sie ist einfach zu blöd für das“. Das habe ich leider nicht nur einmal gehört. Und das stimmt auf keinen Fall! Ich möchte deswegen einen Einblick in mein privates Schulleben geben. Um zu zeigen, das in jedem etwas steckt. Scheint es auch noch so ausweglos, jeder hat irgendetwas das er gut kann. Niemand ist zu blöd für irgendetwas. Bitte begreift das endlich!

 

Ich habe seit ich mit der Schule angefangen habe ein Mathe-Problem. War bei unzähligen Therapien und Leuten, die meinten sie können mir das beibringen. Die meinten, jedes Kind ist in der Lage, die Rechnungen/Aufgaben die man in der Volksschule bekommt lösen zu können. Die überzeugt sind, einem Kind etwas mit Zwang einzuprägen. „Das kann ja nicht so schwer sein, 90% schaffen diese Aufgaben“. Ja, das mag schön sein für die anderen. Aber ich bin anders! Ich bekomme Panik wenn ich 407408723 Zahlen aufeinmal sehe. Bekomme Panik, wenn die Rechenaufgaben mehrstellig sind. Bekomme Kopfweh wenn ich Kopfrechnen muss. Ich möchte gar nicht an die Zeit nach der Volksschule denken. Ich weiß noch, als ich mich gefreut habe als es hieß, wir dürfen nun einen Taschenrechner benutzen. Hallo xyz. Fickt euch doch. Ich habe keine Ahnung wie man kg, cm oder was weiß ich umrechnet. Es interessiert mich auch einen scheiß. Bei Fragen, wie viel km dass jetzt wohl sind, bedanke ich mich recht herzlich bei meinem Navi und bei allem anderen meinem Taschenrechner und Dr. Google.

Ihr seht ich habe keine Ahnung von Mathematik. Das gebe ich offen und ehrlich zu. Von den Noten möchte ich gar nicht erst anfangen. Ich hatte nie eine bessere Note als befriedigend. Musste immer kämpfen um „gerade mal durchzukommen“. Obwohl ich anmerken möchte, dass ich später, als ich Rechnungswesen & Betriebswirtschaft hatte, zur Abschlussprüfung eine glatte 1 schrieb. Das war das letzte Mal als ich in irgendeinerweise etwas mit Mathematik zu tun hatte.

Ich werde nie gut sein in Mathematik. Aber nicht nur Mathematik war ein Problem für mich. Auch in Chemie, Physik, Geografie, Biologie,.. da war eine drei schon ein Grund zum Feiern. Aber weißt du was? Dafür bin ich Kindergartenbetreuerin mit ausgezeichneten Erfolg, Pflegeassistentin mit gutem Erfolg und in etwa einem Jahr Diplomierte Behindertenbetreuerin. Habe als die Zeit gekommen ist, und ich mir aussuchen durfte, welchen Weg ich einschlage und welchen Beruf ich lernen möchte, keine schlechtere Note als ein Befriedigend im Zeugnis.

Wie dumm bin ich jetzt noch für dich?

Mein jetzige Ausbildung neigt sich nun langsam aber doch dem Ende zu. Jetzt stellt sich die Frage, was ich später machen möchte. Wenn ich über meine Zukunft nachdenke, weiß ich, dass ich nicht der Mensch bin der 30 Jahre im gleichen Team, am gleichen Arbeitsplatz arbeiten möchte. Ich brauche Abwechslung. Ich möchte Möglichkeiten haben. Psychologie hat mich schon immer interessiert. Soziale Arbeit würde mir eine Menge Auswahlmöglichkeiten offen halten. Es bleibt mir also nichts anderes übrig als weitere 3 Jahre die Schulbank zu drücken. Ich liebe die Schule. Ich liebe das Lernen. Das ist nicht das Problem. Zum Problem wird es, weil ich die Lebenswichtige Matura (in Deutschland Abitur) nicht besitze. Ja, ein beschissenes Blatt Papier zerstört mir meine Zukunft. Wenn mir jetzt einer kommt mit „es gibt ja die Studienberechtigungsprüfung“, Ja, ich weiß. Nur vom Schwierigkeitsgrad ist sie logischerweise ähnlich wie die Matura.

Ich traue mich zu sagen, dass ich die Matura in Englisch, Deutsch und einem Wahlfach (in meinem Fall wäre es etwas soziales) mit Sicherheit schaffen würde. Aber Mathematik? No fucking way!

Jetzt stellt sich mir die Frage. Wofür brauche ich Mathematik wenn ich Jugendlichen, Drogensüchtigen oder Obdachlosen helfen möchte? Es ist zum Kotzen. Und es gibt nichts was mich mehr aufregt als das. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen ein riesen Potenzial hätten, aber es nicht zeigen können weil sie die Matura nicht schaffen oder schafften. Traurig ist das. Einfach traurig.

 

Neuerdings braucht man eben auch für die Gesundheits- und Krankenpflegeschule einen Bachelorabschluss. Warum? Ich kenne soviel Leute in meinem Freundeskreis die keine Matura haben aber trotzdem Krankenschwester werden wollen. Kann mir jemand sagen was das für einen Sinn ergibt? Bin ich etwas besseres wenn ich studiert habe? Warum kann ich nicht eine 3-Jährige Ausbildung machen wo ich nebenbei Praktikum habe und mir neben der Theorie, praktisches Wissen einhole? Hat man beim Bachelorstudium auch, jedoch weit nicht soviel.

 

Ich weiß ich kann sowieso nichts machen. Aber das beschäftigt mich nun schon so lange, dass ich mich einfach einmal auskotzen musste. Und vielleicht sieht der ein oder andere das ja genauso wie ich.

Ich bin gerne offen für eine Diskussion und würde mich über eure Meinung darüber und wie ihr das seht sehr freuen. Vielleicht bin ich ja nicht die einzige die sich über das alles fürchterlich aufregt.

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