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Wenn ich der Angst entgegenlaufe, vielleicht läuft sie dann davon

„Wenn ich mal groß bin, möchte ich nach Berlin“. Sagte mein 10-Jähriges Ich.

In vier Tagen ist es soweit – ich ziehe nach Berlin. Ich kann es noch immer nicht wirklich glauben. Aber ich erfülle mir einen Traum, der mich seit ich ein kleines Mädchen war begleitet.

Vor etwa einem halben Jahr habe ich bemerkt, dass ich mich nicht weiterbewege. Jeden Tag das selbe. Auch arbeitsmäßig bilde ich mich nicht weiter und es fühlte sich so an, als würde ich einfach auf einem Fleck stehen bleiben. Also wurde es Zeit, etwas Neues zu machen.

„Hätte ich bloß“, „ich wäre fast“, „vielleicht irgendwann einmal“, sind nicht die Worte die ich in 30 Jahren sagen möchte.

Schon langsam überkommt mich dieses klassische Gefühl der Angst. Die Angst ist manchmal ein riesiges Arschloch. Wenn ich darüber nachdenke, wie viel ich schon verpasst habe einfach weil ich zu viel Angst davor hatte. Anstatt sich der Angst einfach einmal zu stellen. Mitten in den Weg. Oder man läuft ihr ohne großartig darüber nachzudenken einfach mit freien Armen entgegen.

Wenn ich mir denke, dass ich in einigen Tagen meine Heimatstadt für eine Zeit verlassen werde, überkommt mich zum einen Teil riesige Neugier und Freude aber auch Angst. Angst davor alleine nicht recht zu kommen. Angst, mich nicht einleben zu können. Angst, dass ich mich nicht wohlfühlen werde. Angst, meine Familie und Freunde so lange nicht sehen zu können. Angst, riesiges Heimweh zu bekommen. Angst, dass alles nicht zu schaffen. Angst, dass mir das Großstadtleben zu viel wird. Angst, nicht glücklich zu sein. Ich habe Angst vor der Angst.

Man hat solche Bedenken wenn man dabei ist, sein Leben komplett neu umzugestalten. Und das ist auch völlig normal. Aber ich würde mir es nie verzeihen, wenn ich die Angst gewinnen lasse.

Angst soll uns motivieren. Es trotzdem zu machen und uns zu trauen. Die „Komfortzone“ verlassen. Sie lässt uns wachsen. Und wenn ich der Angst entgegenlaufe, vielleicht läuft sie dann davon.

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