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Es ist okay, wenn Wege sich trennen

„Seitdem du in Berlin lebst, bist du richtig scheiße geworden“, kann ich mir von Menschen anhören, die ich mal als meine Freund*innen bezeichnet habe. Und ja, das stimmt, ich habe mich verändert. Ich bin älter geworden. Meine Sicht auf manche Dinge hat sich verändert oder ist noch stärker geworden, aber das sehe ich nicht als negativ an. Es ist, finde ich, ein wichtiger Prozess im Leben.

Ich weiß, wo ich im Leben stehe. Ich kenne meinen Wert und habe meine Definition von „Freundschaft“. Ich habe mich zu oft verletzen lassen von Menschen, die ich an erste Stelle gestellt habe. Die mich im Gegenzug jedoch niemals an erste Stelle platziert hätten. Die meine Verletzbarkeit nicht verstanden haben und mir immer wieder das Gefühl gegeben haben, als wäre ich nicht gut genug.

„Freundschaft“ bedeutet für mich, für den/die andere*n da sein, loyal sein. Seine ehrliche Meinung sagen, auch wenn man sie nicht hören möchte. Gemeinsam lachen, weinen, wütend sein. Sich in jeder Lebenslage zur Seite zu stehen. Die guten Zeiten miteinander verbringen und in schlechten Zeiten noch näher zusammenzurücken. Ich bin da, sobald man mich braucht. Ich habe ein offenes Ohr und höre mir auch noch weitere fünfzig mal die Liebeskummerstory meiner Freund*innen an. Und es ist nicht zu viel verlangt, dass auch im Gegenzug zurück zu bekommen.

Ja ich habe mich verändert. Ich bin in gewissen Punkten noch strenger geworden, und kann deutlich formulieren, was ich akzeptiere und was nicht. Und wenn jemand einen Standpunkt vertritt, den ich nicht vertreten kann, muss ich mit diesen Personen abschließen und Abschied nehmen. Denn das Leben ist ganz einfach zu kurz, um sich mit Menschen zu umgeben, die fern von jeglicher Realität leben. Von Rassist*innen nehme ich einen großen Abstand, in einer Welt voller Hass, brauche ich nicht noch mehr Hass unter meinen Freund*innen.

Ich denke oft an die schönen Zeiten zurück. Schaue mir Fotos oder Videos an, in denen wir nichts als Spaß hatten und einst die beste Zeit in meinem Leben miteinander verbracht haben. Und dann werde ich traurig, weil ich weiß, dass es niemals wieder so sein wird. Weil sie nicht mehr so sind, wie ich sie mal gekannt habe. Und ich weiß nicht was mehr weh tut, der Fakt, dass es niemals wieder so sein wird, oder dass einige in die Falsche Richtung abgebogen sind. Aber es ist okay, wenn Wege sich trennen…

Agnes, Nati, Izzy, Fiona, Matthias, Max, Thomas, (und alle die wissen wer gemeint ist) – Ich hoffe unsere Wege trennen sich niemals, denn ihr seid wahre Freund*innen. Danke für alles.

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